Stark für Tiere e.V.
Stark für Tiere e.V.

Hennenrettung 3.01.2021

Wenige Stunden vor Eintreffen des Schlachttransports:
510 Hennen von 80.000 gerettet! 
Lest hier von einer unserer nervenaufreibendsten und dramatischen Rettungen überhaupt...
Die Hennen stammen aus einem Betrieb, dessen Haltungsform sich "Kleingruppenhaltung in Volieren" nennt. Dahinter verbirgt sich Käfighaltung von 80.000 Legehybriden, die niemals in ihrem Leben den Himmel zu Gesicht bekommen.
Der Hilferuf ereilte uns sehr spontan und wir konnten innerhalb von 4 Tagen 350 Hennen vorvermitteln - aber dann kam alles ganz anders...
Ein paar anstrengende Tage liegen hinter uns, denn wir wollten bei dieser Spontanrettung so viele Seelen wie nur möglich retten! Dies bedeutete für unser ehrenamtliches Team Vermittlungsgespräche bis in die Nacht, Emails mussten beantwortet werden und die potentiellen Adoptanten geprüft werden. Wir danken auch den Adoptanten, die uns so schnell alle nötigen Infos haben zukommen lassen! Stündlich änderten sich die Vermittlungszahlen nach oben hin, erst 9 Stunden vor der Rettungsaktion war der endgültige Stand fest.
Aber vor Ort konnten wir alle nicht anders, als doch ein paar mehr Hennen einzupacken, als wir eigentlich vermittelt bzw in Pflegestellen untergebracht hatten - wussten wir doch, dass nur 2 Stunden nach Abfahrt unseres letzten Teams ein ganz anderer Transporter vor dem Betrieb halten wird, der die Tiere in ein völlig anderes, grauenhaftes Schicksal fahren wird!
460 Hennen konnten wir an diesem Tag retten, doch die Geschichte war damit nicht zu Ende und ging einige Tage weiter...
Wir warteten auf den Anruf, dass wir erneut zum Betrieb kommen und die Hennen abholen sollten, die beim Transport zum Schlachter übersehen wurden. Nun kam aber die Nachricht, dass 500 Hennen nicht mehr in den Schlachttransport gepasst hatten und später abgeholt werden sollen. Natürlich fuhr eine Helferin sofort hin, um möglichst viele Tiere zu holen, ehe der zweite Schlachttransport anrückte.
Da sie nur mit 10 bis 20 "übersehenen" Hennen gerechnet hatte, hatte sie nur 3 Boxen dabei, die sie voll machte. Daraufhin verließ sie rasch den Betrieb, um weitere Transportbehältnisse zu organisieren und weitere Hennen abzuholen. Als sie erneut beim Betrieb ankam und aus dem Auto stieg, sah sie aber gerade den Schlachttransport mit den 500 Hennen wegfahren.
Doch jede(r) in unserem Team macht alles, um so viele Tiere wie möglich zu retten!!! Unsere beherzte Helferin rannte querfeldein, konnte so dem Schlachttransport den Weg abschneiden und ihn stoppen. Sie bat den Fahrer inständig, ihr noch ein paar Hennen zu geben und das Wunder geschah:
Der Fahrer öffnete den Transporter und befüllte ihr die Box, die sie beim Laufen mitgenommen hatte.
Insgesamt konnten wir so 41 Hennen in Pflege- und Endstellen unter bringen.
Wir dachten, nun alles getan zu haben, was möglich war, doch am nächsten Tag kam die nächste Nachricht aus dem Betrieb:
7 Hennen seien übersehen worden und säßen noch in den Volieren. Der Reinigungstrupp hatte die armen Seelen entdeckt. Sofort fuhr natürlich wieder eine Helferin hin, um die Tiere zu sichern.
Vor Ort dann der Schock:
Der Reinigungstrupp hatte die Hennen zwar gemeldet, aber niemand hatte sich die Mühe gemacht, sie vor der Reinigung aus den Volieren zu nehmen! Die Tiere waren also mit Hochdruckreiniger und danach mit Desinfektionsmittel abgesprüht worden!!!
Unsere Helferin musste 7 völlig durchnässte, zitternde und nach Desinfektionsmittel riechende Hennen sichern.
Diese 7 werden in einer Pflegestelle aktuell in dieser Sekunde, während wir diese Zeilen schreiben, abgetrocknet und warm untergebracht. Manchmal sind selbst wir sprachlos angesichts der Dinge, die man im Tierschutz erlebt.
Ebenso werden in anderen Pflegestellen Hennen mit gebrochenen Flügeln gepflegt.
Aber dies war noch nicht alles...
Die Geschichte um die 80.000 Hennen schien kein Ende zu nehmen...
Wir dachten, mit den letzten 7 Hennen, die mit gewaschen und desinfiziert wurden, war die Geschichte um die Rettung der Hennen aus dem Betrieb mit Kleingruppenhaltung in Volieren beendet.
Tatsächlich wurde unserer Helferin kurze Zeit später aber aus dem Betrieb gemeldet, dass 2 Hennen sich wohl in den hintersten Ecken verstecken konnten. Auch diese wurden natürlich mit Hochdruckreiniger und Desinfektionsmittel besprüht, der Reinigungstrupp hatte sie nicht einmal gesehen, so gut hatten sie sich verkrochen.
Auch diese zwei konnte unsere Helferin abholen. Wie knapp sie dem Tod entrinnen konnten!
Danke an die liebe Tanja, die sich so spontan bereit erklärt hat, die beiden aufzunehmen.
 
Willkommen in der Stark für Tiere - Familie: Flocke, Fine und Helli
 
Ein paar der geretteten Seelen sind in unserer Obhut geblieben.
So auch Flocke, Fine und Helli. Alle drei wohnen nun bei unserem Teammitglied Birgit, wo auch Kinderbuchstar Rübchen ein Zuhause gefunden hat.
Die braune Helli hat einen gebrochenen Flügel, der in einer Klinik behandelt wurde.
Flocke und Fine gehören zu den weißen, besonders gerupften und schwachen Hennen. Sie sind fast völlig nackt und Flocke war zwischenzeitlich so schwach, dass sie infundiert werden musste.
Die drei blühen in ihrem neuen Zuhause aber sehr auf!
 
In liebevoller Erinnerung an Trine
 
Trine konnte zusammen mit 509 weiteren Hennen von uns aus dem Betrieb mit insgesamt 80.000 Legehennen gerettet werden. Sie stammt aus einer Haltungsform, die sich Kleingruppenhaltung in Volieren nennt. Dahinter verbirgt sich Käfighaltung von fast völlig kahl gerupften Hennen, die niemals das Tageslicht oder Gras unter den Füßen kennen lernen.
Trine befand sich am Sonntag genau eine Woche in der Obhut unseres Teammitglieds Natascha, wo sie liebevoll umsorgt wurde und auf ein endgültiges Zuhause wartete.
Leider musste Natascha an diesem Tag allerdings feststellen, dass Trine Legenot hatte - ein Ei steckte fest und Trine schaffte nicht, es selbst herauszupressen. Mit Nataschas Hilfe gelang es nach einiger Zeit, das Ei vollständig und unbeschädigt zu entfernen. Viele aus unserem Team hatten mit Trine und Natascha mitgefiebert und waren erleichtert, dass - scheinbar - alles gut gegangen war.
Montag früh wurde Trine in einer Klinik stationär untergebracht, um ihr einen Hormonchip setzen zu lassen und um sicher zu gehen, dass sie professionelle Hilfe erhält, wenn das nächste Ei kommen würde.
Leider stellte sich dort heraus, dass der Grund der Legenot nicht nur der Tatsache zu schulden war, dass die hochgezüchteten Legehennen anatomisch dazu gezwungen sind, viel zu viele und viel zu große Eier zu legen, sondern Trine eine alte Verletzung an der Kloake hatte, die andere Hennen ihr in der Enge der Massentierhaltung zugefügt hatten. Das Gewebe war zum Teil bereits nekrotisch. Trine wurde narkotisiert, das nekrotische Gewebe entfernt.
Noch während sie in der Narkose lag, kam der ernüchternde Anruf aus der Klinik: Beim Entfernen des Gewebes wurde klar, dass ein großer Teil des Schließmuskels der Kloake durch die Verletzung fehlte und sich auch nicht mehr regenerieren würde. Die Ärztin erklärte, dass Trine nie wieder normal Kot absetzen können würde, von Eiern ganz zu schweigen. Selbst ein Hormonchip hätte sie also nicht retten können. Die Ärztin versicherte uns, dass Trine starke Schmerzen hat und nach der OP innerhalb kürzester Zeit versterben würde.
Schweren Herzens trafen wir die Entscheidung, Trine noch in der Narkose euthanasieren zu lassen.
Trine hatte das unglaubliche Glück, eine von 508 Hennen zu sein, die wir von 80.000 Hennen retten konnten, als sie entsorgt und durch jüngere Hennen ersetzt wurden. Leider konnten wir sie aber nicht komplett retten. Sie musste sterben, weil Mensch entschieden hat, sie so zu züchten, dass sie unnatürlich viele Eier legt. Sie musste sterben, weil Mensch sie auf viel zu kleinen Raum mit Artgenossen einpfercht, ohne Himmel über sich, ohne die Wärme der Sonne auf dem Gefieder, ohne Wind, der um den Schnabel weht. Trine lernte in der kurzen Zeit, die sie auf dieser Erde war, nichts kennen außer Gitterböden und künstliches Licht, das so geschaltet ist, dass aus einem Tag zwei werden und sie somit sogar mehr als ein Ei am Tag legen musste.
Die Eier von Trine und ihren Leidensgenossinnen werdet ihr nicht in Eierkartons im Supermarkt finden. Trines Eier sind genauso versteckt wie Trine, die niemand jemals gesehen hätte, wäre sie nicht in unserer Obhut gelandet. Trines Eier sind versteckt in Produkten im Supermarktregal, denn Betriebe dieser Größenordnung verkaufen an die Produktion.
Trines Tod muss nicht umsonst gewesen sein. Wenn Trine einen Wunsch frei hätte, würde sie vielleicht zu euch sagen: "Denkt an mich, wenn ihr Produkte kauft, in denen Ei enthalten sind. Haltet dann einen Moment inne und fragt euch, ob es nicht eifreie Alternativen gibt."
Beherzigt das, und Trines Tod wird nicht umsonst sein.
Alles was uns bleibt, ist die Erinnerung an Trine... eine Henne, die freundlich war. Und herzlich. Und tapfer - bis zum Schluss.

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